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Sichtmängeln


El-Temsah Aboudi - Diplom-Optiker

Normalsicht

Für ein normalsichtiges Auge, das heisst ein Auge ohne Sehfehler, wird ein Gegenstand unabhängig von seiner Entfernung auf der Netzhaut abgebildet. Dies erfolgt dank der Anpassung (Akkommodation) der sich verformenden, sehr weichen Linse.


 
 

Kurzsichtiges Auge

Ein kurzsichtiges Auge ist zu lang, was zur Abbildung des Gegenstands vor der Netzhaut führt. Der Sehnerv übermittelt somit ein unscharfes Bild ans Gehirn. Je weiter der Gegenstand entfernt ist, desto unschärfer wird das Bild. Im Gegensatz dazu ist ein kurzsichtiges Auge aber in der Lage, aus der Nähe zu sehen. Je stärker die Kurzsichtigkeit ist, desto kürzer ist der scharfe Sehabstand.


Normalsichtiges Auge und nicht korrigiertes kurzsichtiges Auge

 

Dank des negativen Brillenglases kann das Bild nach hinten verlagert werden, so dass es auf die Netzhaut fällt.

 

Weitsichtiges Auge

Ein weitsichtiges Auge hat einen zu kurzen Augapfel. Bei der Weitsichtigkeit (Hypermetropie) wird ein Gegenstand daher hinter der Netzhaut abgebildet. Weitsichtigkeit ist das Gegenteil von Kurzsichtigkeit. Bei Weitsichtigkeit fällt es schwer, nahe Gegenstände zu sehen oder aber zu lesen, während entfernte Gegenstände recht gut erkannt werden. Einem kurzsichtigen Patienten hingegen fällt es nur schwer, weit zu sehen.


Normalsichtiges Auge und nicht weitsichtiges Auge

 

Astigmatismus

Astigmatismus (Stabsichtigkeit) ist durch eine veränderte Krümmung der Hornhaut bedingt. Sie weist eine unregelmässige, ovale Form auf und ist nicht, wie üblich, rund. Beim Astigmatismus werden die Lichtstrahlen an verschiedenen Punkten hinter und vor der Netzhaut (vordere und hintere Brennweiten) abgebildet, wodurch das Bild verformt wird. So stellt das astigmatische Auge auf eines der beiden Bilder scharf, so dass nur dieses scharf gesehen werden kann. Dadurch sieht der Patient nur die horizontalen oder die vertikalen Linien deutlich.


Normalsichtiges Auge und nicht korrigiertes astigmatisches Auge


Alterssichtigkeit

Alterssichtigkeit tritt bei allen Menschen in der Regel ab 45 Jahren auf. Während die übliche Leseentfernung zu Beginn der Alterssichtigkeit 30 bis 40 cm beträgt, muss man zunächst die Arme ausstrecken, um zu lesen, für eine bessere Beleuchtung sorgen und schliesslich ständig eine Brille tragen. Zu Beginn äussert sich die Altersichtigkeit durch ein schlechteres Erkennen kleiner Buchstaben und bei unzureichenden Lichtverhältnissen (Strassenkarte, Menükarte im Restaurant) und man vergrössert bei der Arbeit am PC den Abstand zum Bildschirm, um den Text lesen zu können. Je weiter die Pupille geweitet ist, desto stärker ist die Alterssichtigkeit zu spüren. Sie macht sich häufig bei schwachem Licht bemerkbar (die Pupille ist stärker geweitet), während das Lesen bei Sonnenlicht wegen der verengten Pupille leicht fällt. Die Alterssichtigkeit kann zur Ermüdung der Augen und Kopfschmerz führen. Sie nimmt bis zum 60. Altersjahr zu und stabilisiert sich anschliessend.